Neintag

Der Ochi-Tag oder Neintag, der Jahrestag des „Nein“, wird jährlich in ganz Griechenland am 28. Oktober gefeiert und erinnert an die Ablehnung des von Mussolini am 28. Oktober 1940 an Griechenland gestellten Ultimatum. Der griechische Diktator Ioannis Metaxas verweigerte dessen Annahme angeblich nur mit dem einen Wort „οchi“, auf ‚gut deutsch’: „Nein“. Metaxas war vom 4. August 1936 bis zum 29. Januar 1941 griechischer Staatschef.


Griechischer Nein-Tag – Ochi-Tag am 28. Oktober

Der Griechische Nein-Tag, auf Griechisch „Ochi-Tag“ (Oxi Day) genannt, wird jedes Jahr am 28. Oktober gefeiert. Er gehört zu den wichtigsten nationalen Feiertagen Griechenlands und erinnert an den griechischen Widerstand gegen das faschistische Italien während des Zweiten Weltkriegs. Der Begriff „Ochi“ bedeutet auf Deutsch „Nein“ und steht symbolisch für die Ablehnung eines italienischen Ultimatums im Jahr 1940.

Der 28. Oktober ist in Griechenland ein gesetzlicher Feiertag. Mit Militärparaden, Schulparaden, Gottesdiensten, Veranstaltungen und dem Hissen der griechischen Flagge wird an die Ereignisse von 1940 erinnert. Der Ochi-Tag besitzt bis heute eine große Bedeutung für die griechische Geschichte und nationale Identität.

Was bedeutet der Griechische Nein-Tag?

Der Griechische Nein-Tag am 28. Oktober erinnert an den frühen Morgen des 28. Oktober 1940. Italien stellte Griechenland unter dem faschistischen Diktator Benito Mussolini ein Ultimatum. Italien forderte unter anderem die Zustimmung dazu, strategisch wichtige Punkte in Griechenland zu besetzen.

Der griechische Ministerpräsident Ioannis Metaxas lehnte diese Forderungen ab. Der Überlieferung zufolge soll seine Antwort auf Französisch „Alors, c’est la guerre!“ – „Dann ist es Krieg!“ – gewesen sein. In der griechischen Erinnerung wurde diese Haltung später vor allem mit dem kurzen Wort „Ochi!“ – „Nein!“ verbunden.

Noch am selben Tag begann der italienische Angriff auf Griechenland. Die griechischen Streitkräfte leisteten Widerstand und konnten die italienischen Truppen zunächst zurückdrängen. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde Griechenland schließlich von deutschen Truppen besetzt.

Warum wird der Ochi-Tag gefeiert?

Der Ochi-Tag steht in Griechenland für Widerstand, nationale Unabhängigkeit und die Bereitschaft, die eigene Souveränität zu verteidigen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger eine einzelne Person als vielmehr die Erinnerung an die Haltung Griechenlands gegenüber den Forderungen der faschistischen Mächte.

Der 28. Oktober entwickelte sich zu einem wichtigen Symbol der griechischen Geschichte. Für viele Griechen steht das Wort „Ochi“ deshalb für Mut, Selbstbestimmung und den Willen, politischen Druck nicht einfach hinzunehmen.

Feierlichkeiten am 28. Oktober

Der griechische Nationalfeiertag wird im ganzen Land festlich begangen. Besonders bekannt sind die Schul- und Militärparaden. Schülerinnen und Schüler marschieren in vielen Städten durch die Straßen und tragen dabei häufig die griechische Flagge.

In größeren Städten finden außerdem Militärparaden statt. Eine der bekanntesten wird traditionell in Thessaloniki veranstaltet. Auch in Athen und vielen anderen Orten gibt es Zeremonien und öffentliche Veranstaltungen.

Kirchliche Gottesdienste und Gedenkveranstaltungen gehören ebenfalls zum Ochi-Tag. Öffentliche Gebäude werden mit der blau-weißen Flagge Griechenlands geschmückt, und viele Menschen zeigen ihre Verbundenheit mit ihrem Land.

Der Ochi-Tag und die griechische Geschichte

Der 28. Oktober 1940 war ein entscheidender Moment in der Geschichte Griechenlands während des Zweiten Weltkriegs. Der griechisch-italienische Krieg begann in einem Zeitraum, in dem Italien bereits mehrere Gebiete Europas und des Mittelmeerraums unter seine Kontrolle gebracht hatte.

Der griechische Widerstand gegen den italienischen Angriff wurde zu einem wichtigen Bestandteil der nationalen Erinnerung. Nach dem deutschen Einmarsch im Frühjahr 1941 folgte die Besetzung Griechenlands durch deutsche, italienische und bulgarische Truppen.

Die Jahre der Besatzung waren für die griechische Bevölkerung mit großen Entbehrungen, Hunger, Verfolgung und Gewalt verbunden. Der Ochi-Tag erinnert deshalb auch an die Opfer und die schwierige Zeit Griechenlands im Zweiten Weltkrieg.

Bedeutung des Griechischen Nein-Tages heute

Der Griechische Nein-Tag ist bis heute einer der bedeutendsten Feiertage Griechenlands. Neben dem historischen Gedenken steht er für Werte wie Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und nationale Würde.

Für Besucher Griechenlands bietet der 28. Oktober zudem die Möglichkeit, die Geschichte und Traditionen des Landes näher kennenzulernen. Wer an diesem Tag in Griechenland unterwegs ist, erlebt vielerorts festliche Veranstaltungen, Flaggen und Paraden.

Kurz zusammengefasst

Der Griechische Nein-Tag (Ochi-Tag) wird jedes Jahr am 28. Oktober gefeiert. Er erinnert an das italienische Ultimatum von 1940 und die griechische Ablehnung der italienischen Forderungen. Das griechische Wort „Ochi“ bedeutet „Nein“ und wurde zum Symbol des griechischen Widerstands. Mit Paraden, Gottesdiensten und Gedenkveranstaltungen erinnert Griechenland an diesen wichtigen Abschnitt seiner Geschichte. Der 28. Oktober steht heute für Freiheit, Unabhängigkeit, Widerstand und nationale Selbstbestimmung.

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