Kategorie: 18. November

ein Tag im November

  • Leoniden-Sternschnuppen

    Mitte November ist wieder Sternschuppenzeit, die sogenannten Leoniden-Sternschnuppen. Diese sind ein Strom von Staub- und Sandkörnchen, die auf der Bahn des Kometen Tempel-Tuttle um die Sonne kreisen. Einmal pro Jahr – um den 17./18. November – durchstösst die Erde diesen Strom aus Staubkörnchen. Einige prallen mit der Erde zusammen und verglühen als Sternschnuppen in den oberen Bereichen der Erdatmosphäre. Normalerweise ist dieser Strom eher dünn, so dass ein einzelner Beobachter nur wenige Sternschnuppen pro Stunde beobachten kann.

    Die Leoniden gehören zu den faszinierendsten Meteorströmen des Jahres. Sie ziehen jedes Jahr im November die Aufmerksamkeit von Himmelsbeobachtern auf sich. Ihren Namen verdanken sie dem Sternbild Löwe (Leo), aus dessen Richtung die Meteore scheinbar am Himmel austreten. Tatsächlich entstehen die Leoniden durch winzige Staub- und Gesteinspartikel, die der Komet 55P/Tempel-Tuttle auf seiner Bahn um die Sonne hinterlässt. Jedes Jahr kreuzt die Erde diese Bahn und trifft auf die verstreuten Partikel, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Dabei werden sie sichtbar als leuchtende Sternschnuppen.

    Die Leoniden sind besonders für ihre periodischen Meteorstürme bekannt. Etwa alle 33 Jahre, wenn der Komet Tempel-Tuttle der Sonne nahekkommt und dabei frische Partikel freisetzt, kann die Zahl der Meteore dramatisch ansteigen. Historische Berichte aus den Jahren 1799, 1833, 1866 und 1966 schildern atemberaubende Himmelsereignisse. Dabei erhellten tausende Sternschnuppen pro Stunde die Nacht. Der Meteorsturm von 1833 war so eindrucksvoll, dass er in Nordamerika religiöse Erweckungsbewegungen inspirierte und die wissenschaftliche Untersuchung von Meteorströmen entscheidend voranbrachte. Auch moderne Beobachtungen – etwa die starken Ausbrüche 1999 und 2001 – zeigen, wie spektakulär die Leoniden sein können.

    Typischerweise erreicht der Meteorstrom seinen Höhepunkt um den 17. oder 18. November. In „normalen“ Jahren lassen sich während des Maximums etwa 10 bis 20 Meteore pro Stunde beobachten. Je nach Aktivität des Kometen können die Raten deutlich schwanken. Die Leoniden sind bekannt für besonders schnelle Meteore. Sie dringen mit rund 70 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein und hinterlassen oft kurze, helle Spuren. Manche von ihnen erzeugen sogenannte „persistent trains“, leuchtende Nachzüge, die sich für Sekunden oder sogar Minuten am Himmel halten.

    Für die Beobachtung der Leoniden empfiehlt sich ein dunkler Ort fernab künstlicher Lichtquellen. Am besten richtet man den Blick etwas abseits des Radianten im Löwen.Dort erscheinen die Meteore meist länger und klarer. Auch Geduld gehört dazu: Die Aktivität kann in Wellen auftreten, und nicht jeder Abschnitt der Nacht ist gleich ergiebig. Warme Kleidung, eine bequeme Liege und etwas Zeit sind die wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Beobachtungserlebnis.

    Neben ihrer wissenschaftlichen Bedeutung besitzen die Leoniden auch einen ästhetischen und fast poetischen Charakter. Sie erinnern daran, dass unser Planet Teil eines dynamischen, ständig in Bewegung befindlichen Sonnensystems ist. Jeder Lichtstreif am Himmel ist eine winzige Botschaft aus der Tiefe des Weltraums. Er ist eine Spur kosmischer Geschichte, die sich für einen kurzen Moment in Licht verwandelt. Die Leoniden bieten damit nicht nur ein schönes Naturschauspiel. Sie sind auch einen eindrucksvollen Einblick in die Weite und Lebendigkeit des Universums.

  • Lettland

    Am 18. November 1918 wurde in Lettland der unabhängige lettische Staat ausgerufen. Das russische Reich wollte das bedeutende Territorium zwar nicht aufgeben, konnte die Unabhängigkeit Lettlands nicht mehr aufhalten.

    Der Nationalfeiertag Lettlands, der 18. November, ist ein zentraler Moment im historischen und kulturellen Bewusstsein des Landes. An diesem Tag im Jahr 1918 wurde in Riga die Unabhängigkeit der Republik Lettland ausgerufen. Es war ein entscheidender Schritt, der das Ende der jahrhundertelangen Fremdherrschaft durch verschiedene Mächte markierte. Nach langen Perioden politischer Abhängigkeit von Polen-Litauen, Schweden, dem Russischen Reich und später der sowjetischen Besatzung wurde an diesem Datum die Grundlage für einen souveränen lettischen Staat gelegt. Der Feiertag ist daher weit mehr als eine historische Erinnerung. Er verkörpert das Streben des lettischen Volkes nach Freiheit, Selbstbestimmung und kultureller Kontinuität.

    Heute wird der 18. November im ganzen Land mit großer Würde und nationalem Stolz gefeiert. Die Hauptstadt Riga spielt dabei eine besondere Rolle. Am Freiheitsdenkmal, dem bedeutendsten Symbol des lettischen Staatsbewusstseins, werden Kränze niedergelegt, begleitet von militärischen Zeremonien und Reden politischer Vertreter. In den Abendstunden erstrahlt die Stadt in den Nationalfarben Rot und Weiß. Öffentliche Gebäude sowie historische Monumente werden festlich beleuchtet. Viele Bürgerinnen und Bürger tragen an diesem Tag die lettische Schleife (sakta) oder Elemente traditioneller Tracht, um ihre Verbundenheit mit der Nation auszudrücken.

    Ein wichtiger Bestandteil der Feierlichkeiten sind kulturelle Veranstaltungen, die das reiche Erbe Lettlands sichtbar machen. Chorkonzerte, folkloristische Aufführungen und Ausstellungen erinnern daran, welch zentrale Rolle Musik, Sprache und Volkskultur in der lettischen Identität spielen. Besonders die Chorgesangstradition, die 2014 in die Liste des immateriellen UNESCO-Kulturerbes aufgenommen wurde, wird mit Stolz gepflegt und an diesem Tag in vielen Gemeinden zelebriert. Auch Schulen und Universitäten beteiligen sich mit Projekten, die die Geschichte und Werte der Republik beleuchten.

    Dankbarkeit und Erinnerung

    Der Nationalfeiertag ist zugleich ein Moment der Reflexion. Viele Lettinnen und Letten erinnern sich daran, wie mühsam der Weg zur erneuten Unabhängigkeit im Jahr 1991 war, nachdem die Sowjetunion zerfiel. Der 18. November verbindet somit die Gründung der Republik 1918 mit der friedlichen Wiedererlangung der Staatlichkeit über sieben Jahrzehnte später. Diese doppelte historische Erfahrung hat in Lettland ein starkes Bewusstsein für Freiheit, demokratische Prinzipien und die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit hervorgebracht.

    Doch der Tag ist nicht nur politisch geprägt – er ist auch ein Fest der Gemeinschaft. Familien kommen zusammen, genießen traditionelle Gerichte wie Graupe mit Speck oder Roggenbrot, besuchen Konzerte oder nehmen an Lichterprozessionen teil. Die warme, feierliche Atmosphäre, die sich über das spätherbstliche Land legt, schafft ein Gefühl tiefer Zusammengehörigkeit.

    So steht der 18. November für mehr als nur ein historisches Ereignis. Er ist ein lebendiger Ausdruck lettischer Identität, ein Tag der Dankbarkeit für die Bewahrung der Freiheit. Und es ist ein Fest der Hoffnung auf eine weiterhin selbstbestimmte und vielfältige Zukunft.

  • Oman

    Im Oman wird der 18. November als Nationalfeiertag gefeiert. Der Tag ist der Geburtstag des Sultans Qabus ibn Said. Die UN-Mitgliedschaft erhielt der Oman am 7. Oktober 1971.

    Der Nationalfeiertag des Oman, der jedes Jahr am 18. November begangen wird, zählt zu den bedeutendsten Ereignissen im omanischen Kalender. Er erinnert an den Geburtstag des im Jahr 2020 verstorbenen Sultans Qabus bin Said, der das Land über fast fünf Jahrzehnte hinweg prägte und dessen Amtszeit im kollektiven Gedächtnis vieler Omanis als Epoche tiefgreifender Modernisierung und Stabilität verankert ist. Zugleich symbolisiert der Tag den Weg des Landes von einem weitgehend abgeschotteten Staat hin zu einer modernen Nation mit wachsender regionaler Bedeutung.

    Der omanische Nationalfeiertag ist nicht nur ein historischer Gedenktag, sondern auch ein Fest der kulturellen Identität. Schon Wochen im Voraus werden Städte und Dörfer mit Flaggen, roten und grünen Lichtern sowie Porträts des amtierenden Sultans Haitham bin Tariq geschmückt. Die Atmosphäre ist geprägt von Stolz, Dankbarkeit und dem Bewusstsein für die traditionsreiche Geschichte des Landes. Viele Omanis betonen an diesem Tag die Werte, die die nationale Einheit begründen. Gastfreundschaft, Frieden, religiöse Toleranz und die enge Verbundenheit zwischen Herrscherhaus und Bevölkerung.

    Wurzeln und Kultur

    Zahlreiche Veranstaltungen begleiten das Fest. In der Hauptstadt Maskat finden Paraden, folkloristische Aufführungen und militärische Zeremonien statt. Sie sollen einen Einblick in die lange Geschichte des omanischen Staatswesens geben. Besonders beeindruckend sind die traditionellen Reit- und Kamelshows, die bis heute Ausdruck der tiefen Verwurzelung des Landes in der Wüstenkultur sind. Schulen, Universitäten und Behörden beteiligen sich mit eigenen Programmen, Ausstellungen und Vorträgen, die sowohl historische als auch moderne Errungenschaften des Landes hervorheben.

    Gleichzeitig ist der Nationalfeiertag ein Moment der Rückbesinnung. Oman blickt auf eine jahrhundertelange Seefahrertradition zurück, die Handelsbeziehungen bis nach Ostafrika, Indien und China umfasste. Diese Geschichte prägt das Selbstverständnis des Landes bis heute. Oman versteht sich als Brücke zwischen Welten, als moderater Akteur in einer häufig instabilen Region und als Nation, die ihre kulturelle Vielfalt pflegt. Der Feiertag lädt dazu ein, diese Traditionen zu würdigen und die Errungenschaften des modernen Oman in Bildung, Infrastruktur und internationaler Diplomatie zu feiern.

    Nicht zuletzt ist der Nationalfeiertag auch ein Familienfest. Viele Omanis nutzen den arbeitsfreien Tag, um zusammenzukommen, landestypische Gerichte zu teilen oder Ausflüge zu unternehmen. Die festliche Stimmung, die das gesamte Land durchzieht, verbindet die verschiedenen Regionen und Gemeinschaften und stärkt das nationale Zusammengehörigkeitsgefühl.

    Damit ist der 18. November nicht nur ein historisches Datum, sondern ein lebendiger Ausdruck omanischer Identität. Es ist ein Tag, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in besonderer Weise miteinander verschmelzen.