Kategorie: 18. März

ein Tag im März

  • Demokratiegeschichte

    Seit 2026 findet am 18. März der Tag der Demokratiegeschichte statt.

    Ein kurzer Überblick über die Geschichte der Demokratie:

    1. Antike Wurzeln: In Griechenland, besonders in Athen, entstanden um das 5. Jahrhundert v.Chr. erste Formen kollektiver Entscheidungs-findung. Bürgerinnen und Bürger bestimmten in einer direkten Form der Demokratie Gesetze und politischen Entscheidungen selbst. Allerdings war das Recht auf Mitbestimmung begrenzt auf männliche Vollbürger, persönlichen Reichtum und abgeleisteten Militärdienst.
    2. Gegenmodelle waren die Oligarchie, bei der wenige herrschten, sowie die Demokratie anderer griechischer Städte, die oft nur formale Mit-spracherechte kannten. Die Athenische Demokratie prägte jedoch das Konzept der Volkssouveränität und der regelmäßigen Volksversammlung.
    3. Römische und andere Einflüsse: Im Römischen Reich entwickelte sich kein direkter Demokratie-Stil wie in Athen, sondern eher republikanische Strukturen mit Volksversammlungen, dem Senat und gewählten Magistraten. Die Idee der Rechtsstaatlichkeit und der Partizipation von Bürgern in Form von Institutionen beeinflusste spätere demokratische Modelle.
    4. In vielen anderen Kulturen existierten unterschiedliche Formen der Mitbestimmung, meist eingeschränkt oder durch Feudalordnungen begrenzt.
    5. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit schränkten Feudalsysteme die politische Partizipation stark ein. Unterschwellig wirkten Traditionen von Beratung, Gewaltenbalance und lokalen Selbstverwaltungen (Städte, Genossenschaften).
    6. Wichtige Vorläufer moderner Demokratie entstanden durch Rechtsentwicklungen wie die Magna Carta (1215), die Königen eingeschränkte Macht und Adligen gewisse Rechte zusicherte, sowie später durch die Entwicklung von Parlamenten und rechtsstaatlichen Prinzipien.
    7. In der frühen Neuzeit bis zur Zeit der Aufklärung (im 17. und 18. JH) gewann die Idee der Volkssouveränität und der natürlichen Rechte an Bedeutung. Philosophen wie Locke, Rousseau und Montesquieu argumentierten für Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz sowie die Gewaltenteilung.
    8. Die amerikanische (1776) und die Französische Revolution (1789) brachten entscheidende Impulse. Es entstanden Verfassungen und Gewaltenteilung, das Zugeständnis individueller Rechte und die Idee, das Regierungen durch das Volk legitimiert werden.
    9. Die Demokratisierung schritt im 19. und 20. Jahrhundert voran.
      In vielen Ländern politische Rechte erweitert, so z.B. die Erweiterung des Wahlrechtes hin zum allgemeinen Walhlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger ebenso wie die Einführung politischer Parteien.
    10. Die Einführung verfassungsrechtlicher Rahmenbedingungen, die neue Rechtsstaatlichkeit, unabhängige Gerichte und freie Medien stärken demokratische Systeme.
    11. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich die liberale Demokratie global. Dies war oft verbunden mit wirtschaftlicher Entwicklung und Institutionen wie Parlimenten, Handels- und Rechtsstaatlichkeit.
    12. Die Demokratie steht heute vor vielen Herausforderungen.
      Gegenwärtig existieren verschiedene demokratische Modelle ( liberale Demokratien, parlamentarische Demokratien, Präsidialdemokratien, direkte Demokratie in gewissen Ländern).
    13. Besondere Herausforderungen für Demokraten und die Demokratie entstehen durch politische Polarisierung, den Populismus und die Manipulation von Informationen, durch Ungleichheit und Vertrauen in Institutionen. Gleichzeitig werden demokratische Werte durch neue Formen der Partizipation gestärkt, etwa durch E-Government, Bürgerforen oder Referenden in bestimmten Kontexten.
    14. Kernprinzipien der Demokratie sind zum einen die Volkssouveränität, das heißt, die letztendliche Autorität liegt beim Volk. Außerdem gilt die Rechtsstaatlichkeit, die u.a. die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz festlegt. Es herrscht Gewaltenteilung, Macht ist geteilt, überprüfbar und kann jederzeit ausgeglichen werden.
    15. Unsere pluralistische Gesellschaft stellt eine demokratische Ordnung dar, in der eine Vielfalt von Meinungen, Interessen, Kulturen und Lebensstilen nebeneinander existieren und respektiert werden.
      Keine einzelne Gruppe oder Ideologie hat die alleinige Macht; stattdessen konkurrieren verschiedene gesellschaftliche Kräfte (Parteien, Verbände, Religionen) um Einfluss, was den politischen Prozess durch Kompromisse prägt.

    Links:

    • Der Tag der Demokratie – Hier
    • Die Site zum Tag der Demokratie-Geschichte – Hier
    • Zur Seite der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte? – Hier
  • Freiheit politischer Gefangener

    Libertad! ist eine bundesweite Initiative für die Freiheit politischer Gefangener weltweit. Sie setzt sich gegen staatliche Repression und Unterdrückung ein. Libertad! trat im Herbst 1993 mit dem Aufruf „Freiheit für alle politischen Gefangenen weltweit“ an die Öffentlichkeit, der die Idee eines internationalen Tages für die Freiheit der politischen Gefangenen enthielt. Daraus entstand der seit 1996 meist in Kooperation mit anderen linken Organisationen wie der Roten Hilfe oder der Antirassistischen Initiative Berlin begangene bundesweite Aktionstag am 18. März.

  • Nerthus

    Im März – um den 18. März – findet nach germanischem Kalender die Verehrung der Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus statt. Ihr zuliebe gab es auch einen Umzug, der mit einem geschmückten Wagen und ihrem Abbild stattfand. Dieses Fest zu Ehren Nerthus sollte für eine ertragreiche Ernte im nächsten Jahr sorgen.

    Auch Aphrodite war eine solche Fruchtbarkeitsgötting. Sie verkörpert im antiken griechischen Kanon der 12 olympischen Gottheiten die Göttin der Liebe, Schönheit und der sinnlichen Begierde. Schaut man sich im Folgenden den Werdegang Aphrodites im Verlauf der griechischen Mythologie etwas näher an, so wird man schnell feststellen, dass die Figur ursprünglich für das Wachstum und Entstehen von Leben zuständig war. Erst im Verlauf übernahm sie die Rolle und Funktion der Liebesgöttin, die dann auch unter dem Namen Venus in die römische Mythologie übernommen wurde.

    18. März – Tag der Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus

    Die germanische Erdgöttin und der Ursprung des Fruchtbarkeitskults

    Am 18. März wird der Tag der Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus gefeiert – einer der ältesten überlieferten Gedenktage im Zusammenhang mit der germanischen Religion und der Verehrung der Mutter Erde. Nerthus, deren Name vermutlich mit dem altgermanischen Wort nerthuz („Erde“) verwandt ist, gilt als germanische Göttin der Fruchtbarkeit, des Friedens und des Lebenskreislaufs.


    Wer war die Göttin Nerthus?

    Die wichtigste historische Quelle über Nerthus stammt vom römischen Historiker Tacitus, der sie in seinem Werk Germania (um 98 n. Chr.) beschreibt. Er berichtete von nordwestgermanischen Stämmen, die eine geheimnisvolle Göttin namens Nerthus verehrten.

    Ihr Kultzentrum befand sich laut Tacitus auf einer heiligen Insel, vermutlich in Norddeutschland oder Dänemark. Ein verschleierter, heiliger Wagen, der nur den Priestern zugänglich war, führte das Abbild der Göttin auf rituellen Prozessionen durch das Land. Während dieser Zeit ruhten alle Waffen, und Frieden und Fruchtbarkeit kehrten ein.

    Nach der Prozession wurde der Wagen samt Göttin in einem See rituell gewaschen – ein Hinweis auf Reinigung, Erneuerung und den Kreislauf des Lebens. Dieses Motiv ist typisch für Fruchtbarkeitskulte, die eng mit Wasser, Erde und weiblicher Schöpfungskraft verbunden waren.


    Bedeutung des 18. März und Verbindung zur Frühlingstagundnachtgleiche

    Der 18. März liegt nur wenige Tage vor der Frühlingstagundnachtgleiche (20./21. März) – jenem Wendepunkt im Jahreskreis, an dem Licht und Dunkel im Gleichgewicht stehen. In der vorchristlichen Zeit galt diese Phase als Beginn des neuen Wachstumszyklus, in dem die Erde wieder fruchtbar wird.

    Die Feier der Nerthus markiert diesen Übergang:

    • das Erwachen der Erde nach dem Winter,
    • die Rückkehr von Licht und Wärme,
    • und das Einsetzen des neuen Lebens in Natur und Mensch.

    Damit steht der Nerthus-Tag symbolisch für Fruchtbarkeit, Frieden und den Einklang zwischen Mensch und Natur. Allesamt Werte, die in der heutigen Zeit wieder an Bedeutung gewinnen.


    Rituale und Bräuche zu Ehren der Göttin Nerthus

    Viele moderne Anhängerinnen und Anhänger naturspiritueller Wege ehren Nerthus heute durch kleine Rituale, die an die alten Bräuche erinnern.

    Traditionelle und moderne Rituale zum Nerthus-Tag:

    • Erdverbindung: Verbringe Zeit in der Natur, berühre den Boden, pflanze Samen und danke der Erde für ihre Kraft.
    • Wasserreinigung: Nimm ein Bad oder besprenge die Erde mit geweihtem Wasser als Symbol der Erneuerung.
    • Altarschmuck: Gestalte einen Altar mit Symbolen der Erde – Steine, Wasser, Samen, Erde und grüne Kerzen.
    • Friedensbitte: Wie im alten Nerthus-Kult kann dieser Tag den Frieden zu fördern – im Inneren wie im Miteinander.

    Diese Handlungen erinnern an die ursprüngliche Bedeutung der Göttin. Harmonie zwischen Mensch und Natur sowie Achtung vor der Lebenskraft der Erde.


    Nerthus im Wandel der Zeit – Von der germanischen Göttin zur Mutter Erde

    In der Mythologie gilt Nerthus als Vorläuferin der nordischen Göttin Njörd. Ihr Name und ihre Eigenschaften deuten auf eine gemeinsame Wurzel hin. Manche Forscher vermuten, dass Nerthus ursprünglich eine Erdmutter-Gestalt war. Sie könnte später in verschiedenen regionalen Formen weitergelebt haben – etwa in Freya, Frau Holle oder Erda.

    Die Wiederentdeckung des Nerthus-Kults ist mehr als ein nostalgischer Rückblick auf alte Religionen. Sie steht heute für ein wachsendes Bewusstsein, dass Spiritualität und Umweltschutz untrennbar verbunden sind. Der Nerthus-Tag lädt dazu ein, unsere Beziehung zur Erde neu zu denken – nicht als Besitz, sondern als lebendige, nährende Gemeinschaft.


    Der 18. März als Tag der Rückverbindung mit der Erde

    Der Tag der Nerthus ist ein Moment, um innezuhalten, Dankbarkeit zu empfinden und die Verbindung mit der Natur bewusst zu erneuern.
    Er vereint historische Wurzeln mit einer modernen Botschaft:
    Nur in Harmonie mit der Erde kann echtes Wachstum und Frieden entstehen.

    Die uralte Fruchtbarkeitsgöttin der Germanen erinnert uns daran, dass die Erde selbst das größte Heiligtum ist.

    Hier noch eine Seite zu einer der ältesten bekannten Erdgöttinnen des Nordens.